Ruhig Blut: The Invisible mit Patience

Irgendwo auf (Musik-) Expedition wurde ich im Funkdschungel gefangen genommen. Dabei wurden bei mir Dank eines Eingeborenen-Trios (UK)...

Credit Phil Sharp: Band The Invisible New Release Patience


Irgendwo auf (Musik-) Expedition wurde ich im Funkdschungel gefangen genommen. Dabei wurden bei mir Dank eines Eingeborenen-Trios (UK) elektronische Kräfte des musikalischen Widerstands gegen den bevorstehenden Hitzetod entfesselt. Unsichtbare Mächte und Transzendenz.

Unter die Haut wie Tsetse, weichkochend, groovend und mit samtiger Stimme, die der jüngst auf Händen getragenen UK Band Jungle in nichts nachsteht, wackeln, tanzen und spielen sich The Invisible unbemerkt, unaufgeregt in die Blutbahn. Nicht weil der Sound so unglaublich emotional berührt, sondern weil er den Herzschlag sucht und alles in und um den Menschenmotor herum seinem Rhythmus angleicht. Wenn Dave Okumus Stimme Nebel wäre, funkige Bass-Loops die Sonne und verspulte Synthies ein Eimer voll bunter Smarties, es käme The Invisible raus.

Patience (V.Ö.: 10. Juni 2016)

Das klingt erst einmal äußerst verwirrend, mit Leben und Ableben hat das aber immerhin zu tun. Vor allem mit Hitze und Tod. Das Leben haben die Drei sehr schätzen gelernt, nachdem Dave bei einem Konzert in Lagos mitten auf der Bühne fast von einem Stromschlag – ausgehend von seiner Gitarre –,  gegrillt wurde. Flux entstand die Idee, ein lebensbejahendes Album zu schreiben. Nicht weniger als Dankbarkeit erfüllt die Band, so weitermachen zu können wie bisher. Nicht das sie jemals danach klang, nicht unter den Lebenden zu weilen. Auch der Vorgänger Rispah ist ein Diamant – ungeschliffener, aber fein und glänzend. Dennoch ist auf Patience der freundliche Grundtenor deutlicher hörbar. Und wenn man den neuen Edelstein gegen die Sonne hält, bricht er mit all seinen Gästen (Jessy Ware, Connan Mockasin, Anna Calvi, Rosie Lowe & Sam Shepherd) das Licht dank edler Vocals und wirft ein wunderbares Farbprisma verschiedener Einflüsse und Stimmungen auf Netzhaut und Trommelfelle.



Darkstar (UK) ließ sich bei all dem positiven Vibe auch nicht lumpen und schlug mit voller – natürlich total positiver – Wucht zu und verabreichte der ersten Single So Well gleich seine verschrobene Electronica-Note. Namaste!


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