Cid Rim, Sixtus Preiss & The Clonious

Am Freitag, den 14.12.2012 stieg im K4 in Nürnberg eine richtig gute Party der Beat Thang Crew. Zu Gast waren die wunderbaren Wiener...

Am Freitag, den 14.12.2012 stieg im K4 in Nürnberg eine richtig gute Party der Beat Thang Crew. Zu Gast waren die wunderbaren Wiener Musiker Cid Rim, The Clonious & Sixtus Preiss. Ich habe es mir vor ihrem Auftritt nicht nehmen lassen, Ihnen einen Besuch abzustatten, um über ihre Musik zu sprechen, bzw. über deren neu erschienene Alben/Tracks und die Zukunft. Die sympathischen Jungs mit dem Wiener Schmäh standen Frage und Antwort und überzeugten nach dem Interview mit einer musikalischen Performance sondergleichen: Da trifft Producer-tum und musikalische Versiertheit auf die Zukunft des Dee-Jaying. Mit Groove-Box, Platten, Computer und MIDI-Keyboard bewaffnet, gibt es mit dem Bass voll auf die Zwölf, die warmen Synthi-Sounds sorgen für eine melodische Grundstimmung und diverse andere Melodien, teils synkopenartige Sounds suggerieren die nötige Verrücktheit und Einzigarktigkeit, wie es dem Jazz innewohnt. Wer einmal die Gelegenheit bekommen sollte, einen oder alle der Mannen in seiner Stadt live zu sehen, der sollte sie auf jeden Fall wahrnehmen. Das ist Groove, musikalischer Eklektizismus und Spielfreude in seiner reinsten Form!




Wer sich schon vorab ein Bild (oder Ton) davon machen möchte, wie das im heimischen Wohnzimmer klingt, der sollte hier oder hier hinschauen, das Ganze käuflich erwerben, damit die Künstler auch etwas von eurer Freude haben und schön laut aufdrehen.

Jezt aber zum Interview, viel Spaß beim Lesen - ich habe bewusst die dialektische Färbung beibehalten, da der Schmäh einfach gut ist und schnell ansteckt. Bei unverständlichen Ausbrüchen österreichischer Wortgewalt, habe ich natürlich versucht, den Begriff zu erklären. An die Jungs: Ich hoffe, ihr nehmt mir diese interkulturellen, sprachlichen Ausflüge nicht krumm ;). 

Cid Rim, du hast ja im August diesen Jahres ein neues (Mini) Album auf LuckyMe veröffentlicht. Wie war bisher die Resonanz?

Cid Rim: Die war durchweg gut. Ich habe zwar bisher noch keine Zahlen bekommen, aber es ist auch schwierig, das einzuschätzen. LuckyMe hat in letzter Zeit, insgesamt recht viel Aufmerksamkeit bekommen, somit kann ich da noch nichts genaueres sagen. Verglichen mit der Split-EP, die ich mit Paul (The Clonious) vor zwei Jahren rausgebracht habe (Full Nelson EP, Anm.d.R.), ist da jetzt schon deutlich ein Zuwachs bemerkbar. Es wurde vom Label, vor dem Release, intern eine Datei an andere Künstler, Freunde und Bekannte verschickt - darunter auch namhafte Musiker - und sie wurden nach ihrer Meinung gefragt. Im Prinzip, ist das sowas wie ein Vorab-Rating, welches sehr positiv ausgefallen ist. Unter diesen Leuten, waren Künstler, deren Schaffen ich schon seit längerem verfolge. Es waren Leute wie Mark Pritchard, Hudson Mohawke (der Initiator, warum mein Album überhaupt bei dem Label rausgekommen ist), oder  Falty DL. Allein von der Seite, war es überwältigend. Aber mehr traue ich mich jetzt noch nicht zu sagen. Wenn ich das vergleiche, was ich auf Affine Records rausgebracht habe und dem was ich jetzt neu habe, dann ist ein deutlicher Anstieg zu sehen. Wenn ich das jedoch nur auf LuckyMe-Verhältnisse beziehe, weiß ich nicht, ob ich bisher erfolgreich bin, oder ob ich für deren Verhältnisse noch im unteren Feld mitschwimme. Es bleibt abzuwarten; Das möchte ich damit sagen. Letztlich kann ich sagen, die Resonanz war sehr gut. Gerade vom musikalischen Aspekt her gesehen, waren die Reaktionen sehr positiv. Naja, ausgenommen Pitchfork, aber die sind ja sowieso immer kritischer als alle anderen. Ich bin zumindest nicht zerissen worden, was schon einmal cool ist.

Wenn es so gewesen wäre, wäre es sicher auch nicht sehr schlimm, da so viele Artikel pro Tag auf Pitchfork durchlaufen und es dadurch sowieso schnell in Vergessenheit gerät.

Cid Rim: Ja, richtig, das stimmt.

Auf dem Cover deines Albums steht "nur" dein Name. Hast du dich bewusst dafür entschieden, bzw. bewusst gegen einen Albumtitel?

Cid Rim: Es ist immer schwierig, sich einen Namen auszudenken. Für jeden einzelnen Track, einen Titel zu finden, ist allein schon ein Qual. Da ist mir jeder Name, den ich wegfallen lassen kann, sehr gelegen. Mal abgesehen davon, habe ich ja schon eine Split-EP rausgebracht, das neue Album ist jedoch mein erstes. Nur mit eigenen Tracks - mal abgesehen von einem Remix von Dorian Concept. Deswegen fand ich es auch gut, das nur mein Name dran steht - als Startschuss, sozusagen.

Wo wir gerade bei Namen sind, wie kamst du auf Cid Rim?

Cid Rim: Ich habe ihn eher nach phonetischen Aspekten herausgesucht. Clemens ist mein Vorname, er beginnt mit "C", also dachte ich mir, dass muss auch bei meinem Künstlernamen vorne stehen. Dann habe ich nach etwas Einsilbigem gesucht, was gut zueinander passt, möglichst nicht mehr als drei Buchstaben hat und nach ein wenig Herumprobieren, kam Cid Rim dabei raus.

Also einprägsam.

Cid Rim: Ja, kurz und einprägsam. Da sind einsilbige Wörter immer gut. Aber es ist generell kein tieferer Sinn dahinter.


Seit der Split-EP "Full Nelson" sind jetzt zwei Jahre vergangen. Was hat sich rückblickend seitdem bei dir bezüglich des Erfolgs getan? Wir hatten das vorhin schon kurz angeschnitten, jetzt noch einmal über die Zeit von 2010 bis heute: Ist alles noch beim Alten, oder merkst du seitdem einen deutlichen Unterschied?

Cid Rim: Na, doch. Es ist schon ein deutlicher Unterschied. Bezüglich der Gigs, ist es natürlich nicht so gewesen, dass es sofort explodiert ist, aber die Kurve setzt sich seit 2-3 Jahren stetig nach oben fort. Ich habe mit jedem Jahr mehr Gigs, als im Jahr zuvor. Ansonsten, gibt es inzwischen viel mehr Dj´s die den Stuff in ihrer Plattentasche haben. Wenn man auf Twitter schaut, speziell auf die Verlinkungen, da gab es vorher nix - aber natürlich auch, weil ich in den zwei Jahren zwischen 2010-2012 nichts herausgebracht habe und zu Zeiten von "Full Nelson" ich noch gar nicht auf Twitter war. Ich habe keinen Vergleichspunkt, aber...jedenfalls, merkt man das schon, dass es plötzlich Aktivitäten gibt, ein Song wird gerade angehört und weiter verlinkt, oder in einen Mix eingebaut.
Weiter gab es eine Sache, die mir viel Aufmerksamkeit gebracht hat: Und zwar dieser Rusty´s Essentials Mix, der hat einen Mix gemacht mit vielen LuckyMe-Sachen, unter anderem ein Track von mir. Dieser Mix hat schon, zumindest eine Zeit lang, viel Aufmerksamkeit erregt. Wenn man das googlet, kann man es recht deutlich erkennen, dass es in aller Munde war. An solchen Sachen merkt man das eben, aber so richtig vergleichen, kann ich das irgendwie doch nicht - schwierig. Es ist auf jeden Fall mehr, aber ich weiß nicht, in welcher Relation.

Ist also Plan B, Schlagzeuglehrer zu sein, weiter in die Ferne gerückt?

Cid Rim: Das mache ich schon immer noch, aber mein Ziel ist es, dass sich das schon irgendwann auch ausgeht.

Bezüglich deines Tracks "ON!", war das eine Kolaboration oder ein Remix?

Cid Rim: Das ist ein Remix von den Waxolutionists feat. Frank Nitty. Das ist ein Track, der im Original nie rausgekommen ist. Deswegen ist der Remix auch auf einer Mini 7-inch-White-Label-Serie eines Wiener Partylabel-Kollektivs namens "The Loud Minority", auf TLM rausgekommen. Da hat jeder von uns Dreien (+ Sixtus Preiss & The Clonious) auf TLM jeweils 2 Tracks rausgebracht. Bei mir war es eben dieser Track, wobei es echt schade war, dass er im Original nicht rauskam und die B-Seite davon, war ein Track, wo ich Clips und Clipvocals verwendet habe. Dabei hatte ich schon ein bisschen Angst, weil die schon groß im US-Hip-Hop am Start sind.


Ist das auch der Grund, warum dieser Track auch so anders klingt als all deine anderen Sachen? Er fällt schon ziemlich aus dem Rahmen.

Cid Rim: Es ist einfach der Zeitpunkt. Der Track ist schon ein bisschen älter, noch ca. 1 Jahr älter, als die eigentliche 7-inch-Pressung. Er ist auch etwas eigenständig. Ich dachte ursprünglich, dass der Track auf der Single-Auskopplung des Original-Tracks herauskommt. Waxolutionists haben ein Album gemacht und "ON!" sollte eigentlich als Single-Auskopplung mit meinem Remix und noch einem anderen rauskommen. Deswegen sollte das Lied auch mehr in diesen Hip-Hop-Rahmen reinpassen.


Auch von Sixtus Preiss gibt es Neues. Die Sachen sind sogar noch neuer, als von Cid Rim - September und Oktober - "Kation" und "Samba feelin beein´ this". Kann man bald mit einem Langspieler rechnen?

Sixtus Preiss: Im Moment arbeite ich daran, eine EP zu machen mit Band, also eher akustisch. Das sollte hoffentlich im Jänner passieren. Es schiebt sich leider momentan immer weiter nach hinten. Aber es wird passieren. Ich habe vor einem Jahr auch bei The Loud Minority eine 7-inch rausgebracht und jetzt eben bei Affine Records. Das war ein guter Einstieg, aber ich lasse mir jetzt ein bisschen Zeit, meinen Sound zu finden und das richtig reifen zu lassen - damit es einheitlich wird. Es gibt schon viele kleine Ideen und dann geht es sicher auch weiter.


Clonious, wie sieht es bei dir aus, was sind die Pläne für die Zukunft?

The Clonious: Jetzt gerade bin ich sehr motiviert, mit Vocalisten zu arbeiten. Der Clemens und ich, werden im Februar gemeinsam nach Südafrika reisen und uns da ein bisschen connecten, aber es ist dahingehend noch nichts spruchreif. Ich habe noch eine MC-Connection in Holland, dann ein Detroiter Sänger, mit dem ich etwas machen möchte und natürlich werde ich versuchen auf dem Heim-Label Affine Records wieder etwas zu kicken. Das lasse ich mir aber noch ziemlich offen, was es sein wird. Ich experimentiere noch viel rum und versuche etwas zeitgemäßes, frisches zu machen, was aber trotzdem meins ist. Es ist eher eine Selbstfindungsphase. Heute ist es gar nicht so leicht für sich dabei die richtige Entscheidung zu treffen, was man machen möchte. Aus allen Ecken und Enden kommt Musik raus und in diesem Chaos muss man sein eigenes Ding finden und möglichst eigenständig sein. Gar nicht so leicht, ohne abzudriften und dabei mit allen eigenen Traditionen zu brechen. Man muss einfach einen guten Cocktail aus allen Einflüssen finden.

Es bleibt also spannend, auch bei dir. Nun mal in die Runde gefragt: Wer von euch ist eigentlich studierter Musiker? Ich weiß, dass einige von euch ein Instrument studieren/studiert haben.

Cid Rim: Wir beide sind studierte Schlagzeuger (Zeigt dabei auf Sixtus). Ich bin schon studierter Musiker. Bist du eigentlich schon fertig(an Sixtus)?

Sixtus Preiss: Eigentlich schreibe ich an meiner Bachelor-Arbeit. Also noch nicht ganz fertig, sagen wir praktisch fertig.

Inwieweit beeinflusst das euer musikalisches Tun im elektronischen Bereich?

Cid Rim: Naja, es beeinflusst schon. Es ist ja nicht nur eine Schlagzeug-Ausbildung, sondern eine breit gefächerte musikalische Ausbildung. Es ist schon hilfreich konventionelle Funktionen und Theorie der Musik zu kennen - geschadet hat es jedenfalls nicht. Ich würde jetzt aber nicht sagen, dass meine Musik komplizierter geworden ist, seit ich fertig bin. Ok, momentan, beeinflusst es mich vielleicht stärker, weil ich jetzt einfach mehr Zeit habe, als während dem Studium und ich mehr anwenden kann. Aber sonst...Hm, früher habe ich schon bei Auftritten aus den Aufnahmen das Schlagzeug rausgenommen und es live gespielt. So etwas ist dann möglich.

Wie sieht das bei dir aus (Sixtus)?

Sixtus Preiss: Ich habe eher in den letzten Jahren des Studiums, das Ganze als Kunst gesehen. Ich habe das Studium als Freiraum gesehen, alles mit der Musik machen zu können was ich will. Aber insgesamt würde ich sagen, es wahr eher umgekehrt. Wenn man die Frage anders rum stellen würde: Wie hat die elektronische Musik mein Schlagzeug-Spielen, mein Instrumentalist-Sein beeinflusst? Das ist viel massiver gewesen. Es hat mich insofern beeinflusst, dass ich viel reduzierter und bedachter Schlagzeug gespielt habe. Da ging es mir mehr darum, nur das zu spielen, was wirklich notwendig war. Während dem Studium ging es viel darum, sich technisches Know-How anzueignen, auch immer schneller zu werden. Das Elektronische hat das wieder runtergebracht.


Jetzt nochmal an alle drei: Was hat euch bei der Kreation eurer Musik am meisten beeinflusst, respektive, was beeinflusst euch heute immer noch sehr stark? Aus welcher Ecke kommt ihr am ehesten, wenn man es runterbrechen würde?

Cid Rim: Ich hätte einfach ganz kurz gesagt: "Andere" Musik. Jede Musikart, die nicht meine eigene ist, hat mich am meisten beeiflusst. 

The Clonious: Das ist so weit gefächert. Angefangen bei Radio NErgy bis hin zu allen anderen x-beliebigen Sendern. Wenn man anfängt Musik bewusst zu hören und aus ihr herauszulesen, dann ist das ein endloser Kreis. Man pickt sich da die Sachen raus, die einem am besten gefallen und versucht, es zu verarbeiten. 


Ihr nehmt euch also lieber einfach die Blüten aus dem raus, was um euch herum ist und geht nicht zwingend nach der Musik, die euch ursprünglich am besten gefallen hat? Also nicht nach dem Motto, früher mochte ich Death Metal, deswegen ist ein tiefer Gitarren-Loop ein wichtiger Bestandteil meiner Musik?

The Clonious: Ich komme aus dem Hip-Hop und natürlich spiegelt sich das auch irgendwie in meiner Musik wieder. Ich habe beispielsweise ein Fable für die Sample-Kultur, für alten Jazz und Funk, eben alles was aus den frühen Siebzigern kam. 

Sixtus Preiss: Ich sehe das ähnlich. Bei mir kommt noch dazu, dass mich die Jungs an sich sehr inspiriert haben. Bei Affine Records war das so und auch schon lange davor, war es der Fall, dass ich mit meinen Tracks zum Paul gegangen bin, um mir Feedback zu holen und wir das dann gemeinsam gemischt haben. Ich habe dabei auch viel gelernt von der ganzen Crew. 

The Clonious: Vielen Dank an dieser Stelle (alle lachen).

Sixtus Preiss: Gern geschehen. Hochoffiziell!

The Clonious: Ich glaube, das interne Kollektivding, ist uns allen ganz wichtig.

Cid Rim: Musikalischer Austausch insgesamt ist uns sehr wichtig. Dass man darüber redet, was man macht, da man ja sonst doch eher alleine produktiv ist.  Das beeinflusst einen dann auch.

The Clonious:  Die Perspektive von außen ist wichtig. Vor allem von Menschen, denen man vertraut und deren Geschmack man selber schätzt. So verhindert man, im Bob zu stecken (wahrscheinlich wienerisch für: "kreativ festhängen" :), Anm.d.R.). Man sieht den Wald vor Bäumen manchmal nicht mehr und sieht nur seine Musik. Da ist es dann recht befreiend, wenn man Feedback von jemandem bekommt und die ein oder andere Sache verändern kann.

Sixtus Preiss: Man muss auch dazu sagen, dass wir tolle Veranstalter hier haben in Wien und wir auch viel die Möglichkeit bekommen, Sachen auszuprobieren, wie sie bei den Leuten ankommen.

Cid Rim: Vor allem auch die Wiener Jazz-Szene ist super. Da habe ich auch viele Leute, gerade durch den Sixtus, kennengelernt, die wirklich gute Sachen machen. Es ist schon lässig, wenn man sich einfach eine lokale Jazzband anschauen kann, neue Perspektiven gezeigt bekommt. Das ist speziell dann wichtig, wenn man so tief in der Up-to-date-Elektronik steckt. 

Jetzt habe ich noch gelesen, dass bei Affine Records alles aus dem Dunstkreis der Band JSBL enstanden ist. Macht ihr noch aktiv Musik zusammen?

Cid Rim: Wir haben vor zwei Wochen am Donnerstag einen völlig absurden, Free-Jazz-assoziativen Spaß/Blödsinns-Gig gehabt. Es war peinlich, deswegen haben wir auch niemandem etwas davon erzählt. Es war mehr wie eine Proberaum-Session, irgendwie völlig authistisch und verrückt. Normalerweise treffen wir uns eher ca. 2x im Jahr zum spielen. Konkrete Booking-Anfragen gibt es eigentlich keine. Aber um nochmal auf die Frage zurück zu kommen: Es ist im Endeffekt ein Freundeskreis, vor allem auch von den beiden, die das Label betreiben und der Freundeskreis um die Band hat sich einfach erweitert.

The Clonious: Es ist eher eine Partysituation, oder dass man sich auf ein Bier trifft, als gemeinsam Musik zu machen.

Das ist wahrscheinlich die dümmste Frage, die man Musikern stellen kann und sie kommt auch in jedem Musikmagazin vor. Ich muss sie einfach trotzdem stellen: Wie würdet ihr euren eigenen Sound beschreiben, nachdem man in verschieden Online-Magazinen und Foren, die seltsamsten Genrebegriffe lesen konnte? Von Future Hip-Hop-Mutationen über Future Jazz und UK Bass war schon alles dabei. Was trifft für euch am besten zu?...also, wenn ihr es überhaupt eingrenzen wollt.

The Clonious: Puuuh, ich glaube, wir sind ziemlich eklektisch unterwegs, probieren viel mit verschiedenen Tempos aus und haben sehr viele verschiedene Einflüsse. Am ehesten trifft vielleicht etwas zu, was mal ein Bekannter gesagt hat: Jazz für den Club.

Cid Rim: Ja, das trifft es vielleicht noch am ehesten. Das hat sich wohl irgendwie etabliert. Wir haben ja auch alle ein Fable für Jazz.

The Clonious: Da ist noch am meisten möglich im Jazz.

Sixtus Preiss: Also ich glaube, dass es sowieso ein Zeichen der Zeit ist, dass Genre-Bezeichnung völligst obsolet sind. Man kann, weil wir vorhin den Begriff Dunstkreis benutzt haben, vielleicht noch am ehesten es mit Wiener Sound beschreiben. Da gehört nicht nur die elektronische Musik dazu, sondern auch der Jazz. Jetzt zeigt es sich auch so langsam, dass man auch wieder zu seinem "Kretzl" (Clique, Freundeskreis - aus dem Deutsch-Österreichischen Wörterbuch, Anm.d.R.) stehen kann. Und es stimmt schon, was ein Freund mir sagte, obwohl ihm die Musik nicht gefällt, es ist wie die Weiterführung des elektronischen Wiener Sounds. 

Cid Rim: Wir mögen auch alle schöne Akkord-Themen. Es kommt selten vor, dass kein Akkord dabei ist. 

Wusstet ihr, dass man über den Affine Records-Kanal bei Youtube.com kaum ein Lied anhören kann, weil die GEMA den Zugang verweigert?

Cid Rim: Ah, das ist ja interessant. (Fragt in die Runde) Warum machen die das?

The Clonious: Jamal (Mitarbeiter bei Affine Records) hat wohl zu hart verhandelt (lächelt dabei). Ne, das ist ehrlich gesagt seltsam. Das versteh ich nicht. 

Cid Rim: Eigentlich ist alles bei der österreichischen Verwertungsgesellschaft angemeldet und die sind eigentlich dazu verpflichtet, sich mit den anderen internationalen Verwertungsgesellschaften zu connecten. Das ist auch für uns alles etwas undurchsichtig. 

The Clonious: Vielleicht schlafen sie ja gerade bei der österreichischen.

Sixtus Preiss: Vielleicht arbeitet da gar niemand. Da läuft sicher nur ein Computer und an dem sitzt eine uralte Sekräterin dran. (Alle lachen)

Wo gehe ich denn bestenfalls hin um eure Musik käuflich zu erwerben? Ich habe verschieden Online-Plattformen durchwühlt, aber keine gefunden, die jetzt alles von euch im Sortiment hat. 

Cid Rim: Es gibt den Affine-Shop. Da ist aber meine neue Platte nicht dabei, weil die auf LuckyMe erschienen ist und auch nur digital. Die kann man sich nur herunterladen. Die gibt es sogar bei amazon.de, aber für Platten, wer uns unterstützen will, nur über den Affine-Shop. 

Noch ein paar letzte Worte?

Cid Rim: Party, Stimmung, Vollgas. (Alle lachen)

Sixtus Preiss: Ich möchte meine Tochter Ifigenia grüßen. 

Auch von mir eine Danksagung: Danke an Jazz:Pa und seine Crew für die Terminvereinbarung und das gute Booking und für die Zeit der Wiener Crew. Danke für das Interview. 

 









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