Ein Montagsgedicht

Ein Montagsgedicht aus der Reihe POesie für den leichten (erleichterten) Einstieg in die Woche. Geschmiedet und gehärtet wurde das gute S...

Ein Montagsgedicht aus der Reihe POesie für den leichten (erleichterten) Einstieg in die Woche. Geschmiedet und gehärtet wurde das gute Stück in der Glut des Auqalungen-Kollektivs. Wie ich aktuellsten Erkenntnissen nach feststellen musste, handelt es sich wohl nicht nur um eine Person, sondern um mehrere Leute, die ihre geistigen Untaten zu Papier bringen. Nebst einer lustigen, respektive stimmungserhellenden Note, findet man auch berechtigte gesellschaftskritische Aspekte mit einem Hang zur Gleichberechtigung aller Leidensgenossen. Wer jetzt nur noch Bahnhof versteht, der ist jetzt genau in der richtigen, intellektschärfenden Verfassung für dieses Glanzstück deutscher Dichtung.

Viel Spaß damit und vielen Dank an die Unterwasser-Schmiede, ein exklusiver Bericht folgt, versprochen!


 



Straßenpoesie 1: Sturm und Drang


Schier endlos scheint der Weg zu dir,
getrieben von den Leidenschaften
des Körpers werde ich zum Tier.
Oh lieber Gott, lass es mich schaffen!

Ein Sturm kommt auf unweigerlich,
in meinem Inner'n kann ich's spür'n.
Geliebte ach, wie lass ich mich
von dir erleichtern, ja verführ'n?

Die Stadt schaut zu, wie ich mich quäle,
wie Pfeile treffen Blicke mich,
doch brauch' ich mich doch nicht zu schämen
für etwas das natürlich ist.

Ich sehe dich, du Wunderschöne,
an altbekannter Stelle steh'n.
Oh du Objekt meiner Begierde,
muss ich dich mit 'nem Ander'n seh'n!

Zerstört und doch tobt noch in mir
der Sturm, der Drang, die Leidenschaft.
Was soll ich tun, wo soll ich hin?
Mein Körper brüllt, er ächzt und kracht.

In dieser Not erkenn' ich Gott,
als einen der gut mitgedacht,
ein Beichtstuhl hat errichten lassen,
der mir sein Heim gemütlich macht.

Für mich dient er als Donnerbalken,
auf den ich meinen Körper pack',
der Sturm und Drang ist nicht zu halten,
als ich 'nen großen Haufen kack'!



In Nürnberg gibt es  35 öffentliche Toiletten. Ein Teil davon ist während der Wintermonate aus technischen Gründen geschlossen. In den 217 Kirchen Nürnbergs hingegen ist das ganze Jahr über Betrieb.
 
 






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